Dies steht der Mutter auf Grund der Schwere der Schwangerschaft, Entbindung und dem Stillen zu.
In der islamischen Religion wird der Gehorsam gegenüber der Mutter von Allâh, dem über alles Erhabenen, mehr belohnt, als der Gehorsam dem Vater gegenüber. Jedoch gehört der Gehorsam gegenüber beiden Elternteilen zu den besten Taten. Der respektlose Umgang mit der Mutter zieht eine schwerere Strafe nach sich, als der respektlose Umgang mit dem Vater.
Die bisher erwähnten Rechte (der Eltern) beziehen sich jedoch nur auf muslimische Eltern. Sind die Eltern aber Ungläubige, so hat Allâh befohlen, sie gut zu behandeln, jedoch darf man ihnen nicht in ihrem Unglauben und ihren Sünden gehorchen bzw. sie unterstützen. Dies ist die Bedeutung von der Âyah 15, der Sure Luqmân.
Diesbezüglich sagte der Prophet Muhammad, möge Allâh ihm einen höheren Rang geben: Man darf sich nicht gegenseitig in Sünde gehorchen und unterstützen.
-von Imâm Ahmad überliefert-
Sind die muslimischen Eltern arm und hilfsbedürftig, so ist das Kind verpflichtet, für ihren Lebensunterhalt aufzukommen, d.h. dass man sich um sie sorgt, indem man für ihre Nahrung, Kleidung und Unterkunft aufkommt.
In der schafit^îtischen Rechtsschule sind die Töchter, obgleich verheiratet oder nicht verheiratet, hierbei genauso verpflichtet, für den Lebensunterhalt der armen Eltern aufzukommen, wie auch die Söhne.
Weiterhin gehört es zur Pflicht des Kindes, seinem armen, heiratswilligen Vater die Heirat zu finanzieren. Unterlässt es das unterhaltspflichtige Kind, seinen Vater hierbei zu unterstützen, und verursacht dadurch Leid für den Vater, so ist das Kind ungehorsam gegenüber dem Vater und begeht eine Sünde.
Es gibt zahlreiche Aussagen des Propheten Muhammad, welche zum guten Umgang mit den Eltern auffordern und den Ungehorsam ihnen gegenüber verbieten, wie z.B. die Aussage, die von Imâm Muslim und Imâm al-Bukhâriyy überliefert wurde, in der der Gefährte des Propheten Muhammad, ^abdullâh Ibn Mas^ûd, den Propheten Folgendes fragte: “Welche ist die beste Tat nach dem Glauben an Allâh und an Seinen Gesandten?“ Der Prophet antwortete: „Das Gebet in seiner vorgeschriebenen Zeit zu verrichten.“ „Und welche Tat folgt dieser?“ Der Prophet antwortete: „Der Gehorsam gegenüber den Eltern.“
Imâm Muslim und Imâm Al-Bukhârî überliefern, dass der Gesandte Gottes, Muhammad, sagte: Zu den grössten Sünden gehört, dass man seine Eltern beschimpft. ^Abdullâh Ibn ^Amr Ibn al-^Âs fragte: „Beschimpft jemand seine Eltern?“ Der Prophet sagte: „Ja, indem man den Vater eines anderen beschimpft und dieser wiederum seinen Vater ebenfalls beschimpft, und indem man die Mutter eines anderen beschimpft und dieser wiederum seine Mutter ebenfalls beschimpft.“
Leider behandeln viele Jugendliche ihre Eltern schlecht, (benehmen sich) sind ihnen gegenüber respektlos und verwenden verletzende Worte ihnen gegenüber. In einigen Fällen kommt es sogar vor, dass Jugendliche, mit dem Wissen, dass Allâh den Ungehorsam gegenüber den Eltern verboten hat und den guten Umgang mit ihnen befohlen hat, ihre Eltern beschimpfen, (ja) sogar schlagen, aus dem Grund, dass der Vater ihnen kein neues Auto kauft oder ihnen kein Geld für Dinge, die ihnen Vergnügen/Genuss bereiten, gibt, oder dass die Mutter seine Wünsche nidht nach seinem Verlangen erfüllt.
Angemessen ist es aber, den Eltern Hilfe zu geben und ihnen in ihren Erschwerlichkeiten beizustehen und sie zu unterstützen, anstatt ihnen gegenüber barsch und unbarmherzig zu sein und unhöfliche und beschimpfende Worte verwenden.
Uways Al-Qaranî gehörte zu den besten Sufis, nach den Gefährten des Propheten Muhammad. Er war dafür bekannt, dass er nur abgetragene Kleidung trug. Der Gesandte Gottes, Muhammad, sagte: „Der beste unter den Tabi^în (Nachfolger der Gefährten des Ppropheten) ist ein Mann namens Uways Ibn ^Âmir, von Qaran, aus Murâd. Er ist seiner Mutter gegenüber gehorsam und voller Achtung. Er hatte eine Hautkrankheit. Allâh heilte ihn von dieser Krankheit und es blieb nur noch eine Stelle, in Grösse eines Dirhams, auf seiner Haut übrig. Solltet Ihr ihm begegnen, so fordert ihn auf, für Euch um Vergebung zu bitten.“
Nach dem Tod des Propheten Muhammad, suchte der zweite Khalifa ^Umar Ibn Al-Khattâb, der diese Aussage vom Propheten gehört hatte, nach diesem rechtschaffenen Muslim. ^Umar Ibn Al-Khattâb fragte jede Gruppe, die aus dem Jemen kam: „Befindet sich unter Euch Uways Ibn ^Âmir?“ Bis er auf die Gruppe sties, die ihn kannte und sagte: „Er ist mit uns.“ ^Umar Ibn Al-Khattâb kam so mit Uways Ibn ^Âmir zusammen und fragte ihn: „Bist Du Uways Ibn ^Âmir, von Qaran, aus Murâd?“ Er antwortete: „Ja!“ ^Umar fragte: „Hattest Du eine Hautkrankheit, von der Du geheilt wurdest, bis auf eine Stelle, in der Grösse eines Dirhams?“ Er entgegnete: „Ja.“^Umar fragte weiterhin: „Hast Du eine Mutter, der Du gegenüber gehorsam und voller Achtung bist?“ Er antwortete: „Ja.“ ^Umar sagte: „So bitte Allâh um Vergebung für uns.“
Er bat ihn inständig darum, für ihn um Vergebung zu bitten.
So sehr auch der Muslim die fünf Pflichtgebete, das Fasten und andere Pflichten verrichtet, aber ungehorsam und respektlos, in Wort und Tat, gegenüber seinen Eltern ist, zählt er nicht zu den rechtschaffenen Muslimen. Der Muslim sollte somit den Gehorsam und respektvollen Umgang gegenüber seinen Eltern anstreben und dies auch anderen raten und sie dazu ermahnen, denn demjenigen, der jemandem zum Guten verhilft, kommt die gleiche Belohnung zu, wie demjeigen, der dieses ausführt.